Geschichte der Zeichnung

Die Zeichnung ist die älteste Kunstübung überhaupt. Gezeichnete und geritzte Darstellungen wie z. B. Fels- und Höhlenzeichnungen waren seit der Altsteinzeit Vorstufen der Malerei.

Hauptwerke antiker Zeichenkunst sind die griechischen Vasenmalereien, die Pinsel- und Ritzzeichnungen zugleich sind. Seit der Spätantike wurde die Zeichnung auch zur Buchillustration genutzt und im Mittelalter wurden sie vor allem von Baumeistern und Glasmalern für Entwürfe (Entwurfszeichnung, Riss) verwendet.

Mit der italienischen Frührenaissance wir die Zeichnung als Studie (nach der Natur) und Entwurf (Skizze oder ausführliche Zeichnung für ein Werk) bedeutsam. In Deutschland, wo sich die Zeichnung in spätgotischer Zeit in enger Verbidnung mit der Druckgrafik entwickelte, erreichte sie ihre höchste Vollendung mit Albrecht Dürer und Hans Holbein d. J., in der italienischen Hochrenaissance mit Leonardo, Raffael und Michelangelo.

Die Barockkünstler gaben der malerischen Zeichnung (mit weichen Stiften und dickerem Pinsel) schon etwas von der Wirkung eines gemalten Bildes. Daraus ergab sich (besonders bei Rembrandt) ein Eigenwert der Zeichnung, die nun als selbständiges Kunstwerk geschätzt wurde. Zu hervorragender Plastizität gelangte Peter Paul Rubens.


Die größte Begabung unter den deutschen Zeichnern um die Mitte des 19. Jh. ist Adolph von Menzel, nicht zuletzt durch seine Buchillustrationen. Gleichzeitig beginnt die Entwicklung der Bildergeschichten (Rudolphe Toepffer, Wilhelm Busch), die zu den Comics führten. Ausgeprägte individuelle Leistungen der Folgezeit finden sich u. a. bei Anselm Feuerbach, Wilhelm Leibl und Käthe Kollwitz.

Nach 1880 kann der Beginn der modernen Zeichnung mit Georges Seurat, Vincent van Gogh, Henri de Toulouse-Lautrec und Paul Cézanne angesetzt werden. Hier nimmt die Autonomie der Zeichnung über die Eigenschaft als Studie oder Skizze hinaus spürbar zu. Bedeutende Zeichner späterer Zeit sind z.B.: Franz Marc, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso, Otto Dix, Paul Klee.

Die Zeichnung steht heute gleichwertig neben den anderen Kunstgattungen.